Pinzgauer Lokalbahn – auch nach Kaprun

Vorschlag PLB Anbindung Kaprun

Der Verein RSB (Verein zur Förderung der Regional Stadt Bahn Salzburg-Bayern-Oberösterreich) hat einen Vorschlag zur Anbindung Kapruns an die Pinzgauer Lokalbahn vorgelegt. Die Anbindung könnte über zwei Trassenvarianten (A oder B) erfolgen, eine mögliche Endstation der Bahn wäre Kaprun Werksplatz. Wir halten diese Lösung für einen ganz wesentlichen Beitrag zur Verbesserung des öffentlichen Personenverkehrs im Raum Zell am See. Bei beiden Varianten wären laut RSB Baukosten (ohne Grundstückskosten) um die 43 Mio Euro zu erwarten.

Verkehrswissenschaftliche Studien belegen, dass Busangebote von der Akzeptanz her maximal nur 15 Prozent des Straßenverkehrs aufnehmen können, bei Bahnlösungen hingegen sind es mehr als 50 Prozent. Ein modernes Light-Rail-Transit-System für die Pinzgauer Lokalbahn wäre ein zukunftsweisender Weg für komfortable Mobilität ohne Dauerstau auf völlig überlasteten Straßen. Jetzt, da die Salzburger Landesregierung sowohl über eine Elektrifizierung als auch über eine Kaprun Anbindung der Pinzgauer Lokalbahn nachdenkt, ist der richtige Zeitpunkt, diese Projekte tatkräftig zu unterstützen.

Offener Brief des Vereins RSB

Briefkopf Verein RSB

Vom Verein zur Förderung der Regional-Stadt-Bahn (RSB) haben wir einen offenen Brief enthalten. Es geht dabei um das Projekt „Eisenbahn in den Berg“, um die Nutzung von Sonderzügen für den Reiseverkehr von Gästen in unsere Region und um einige Aspekte rund um die Pinzgauer Lokalbahn.

Beim Thema Eisenbahntunnel gibt der Verein zu bedenken, dass den Reisenden das schöne Panorama verborgen bleiben und die Erreichbarkeit der Stadt Zell am See massiv leiden wird. Der Verein empfiehlt, bei einem neu zu errichtenden Bahnhof darauf zu achten, dass ausreichend lange Bahnsteige für besonders lange Züge errichtet werden und dass die Pinzgauer Lokalbahn dann keinesfalls in Schüttdorf enden sollte, sondern unbedingt bis ins Zentrum geführt werden sollte.

Als GRÜBL sehen wir den Eisenbahntunnel als Jahrhundertchance, allerdings nur, wenn es wirklich zu einer verpflichtenden Errichtung eines Rettungsstollens für den bestehenden Straßentunnel kommen sollte. Der Verlust des Panoramas für die Reisenden ist in der Tat ein Nachteil, wird aber durch den enormen Gewinn eines freien Seeufers deutlich aufgewogen.

In allen anderen Punkten schließen wir uns der Meinung des RSB Vereins an: Wir sind für eine unbedingte Beibehaltung der Lokalbahnstrecke bis ins Zentrum von Zell am See, besser noch mit einer Endhaltestelle beim Krankenhaus. Realisieren ließe sich das auch aus unserer Sicht als Tram-Train-Option (LRT), wir treten auch für die Elektrifizierung der Lokalbahn ein, ebenso für einen Ast nach Kaprun und für die Weiterführung in Krimml bis zu den Wasserfällen.

Selbstverständlich ist uns der Einsatz von Touristenzügen im Sommer wie im Winter ein wichtiges Anliegen, wir wünschen uns dazu eine perfekte Transferverknüpfung und ein ausreichendes Angebot an Elektro Leihfahrzeugen vor Ort.

Der offene Brief des Vereins RSB steht hier zum Download zur Verfügung.

Felix Gottwald zum Protest gegen die Umfahrung

Felix Gottwald

Felix Gottwald © Foto siehe Bildnachweise

Ich sehe den immerwährenden Reflex der zuständigen Politiker grundsätzlich sehr kritisch, dem erhöhten Verkehrsaufkommen durch den unaufhörlichen Ausbau von Straßen entgegenzuwirken! Der Hausverstand sagt uns, wo uns das hinführen wird!

Das Umfahrungsprojekt ist die eine Sache, die Art und Weise, wie mit den betroffenen Menschen – und wir alle sind davon betroffen! – umgegangen wird, zeigt einmal mehr, welche Interessen tatsächlich im Vordergrund stehen!

Erfolg um jeden Preis war nie zeitgemäß und wird es nie sein, und mehr Straßen sind nicht zwingend besser als weniger! Den Preis dafür bezahlen wir alle! Ich würde mir wünschen, dass in so heiklen Themen ein Austausch auf Augenhöhe gelebt wird und dass Lösungen gefunden werden, die Win-Win-Win-Situationen ermöglichen! Ich würde mir für den Pinzgau wünschen, dass die PinzgauerInnen und die Pinzgauer Politik mutig genug sind, Herausforderungen wie die aktuellen Verkehrsprobleme neu und wirklich zu lösen!

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