Sicherheitsrisiko durch den Bau der Belastungsstraße

Visualisierung B168a

Durch den Bau der umstrittenen neuen Umfahrung Schüttdorf, der B168a wird das Zellermoos komplett von Zell am See und den nahe gelegenen Infrastruktureinrichtungen (Haltestellen der öffentlichen Verkehrsmittel, Kindergärten und Schulen, Nahversorgern etc.) abgetrennt. Zur Minderung der Trennwirkung und Aufrechterhaltung der Wegebeziehung wurde daher vom Amt der Salzburger Landesregierung, Abteilung 6 die Planung einer gemeinsamen Fußgänger- und Radwegunterführung in Auftrag gegeben.

In der Vorbegutachtung wurden zahlreiche Einsprüche gegen das Straßenprojekt in der Stadtgemeinde Zell am See eingebracht. Allerdings hat die Stadtgemeinde Zell am See auf diese Einsprüche bis heute in keiner Weise reagiert und diese auch nicht im Verkehrsausschuss behandelt.

In der letzten Gemeindevertretungssitzung des Jahres 2020 wurde gegen die drei Stimmen der GRÜBL der Flächenwidmungs- und Bebauungsplan im „Gewerbegebiet Flugplatz“ abgeändert und die bisher als Grünland bzw. Gewerbe- und Baugrund gewidmeten Grundstücke für die Trasse der neuen Umfahrung B168a als Verkehrsfläche umgewidmet.

Mit der Änderung des Bebauungsplanes wurde weiters die zur Querung der Umfahrungsstraße im Straßenabschnitt Ebster – TechnoZ geplante Rad- und Fußwegunterführung durch einen einfachen, planebenen Übergang mit Bedarfsampel ersetzt.

Die GRÜBL befürchtet, dass die schwächsten, aber klima- und umweltfreundlichsten Verkehrsteilnehmer, die Radfahrer und Fußgänger, dadurch buchstäblich „unter die Räder“ kommen werden, denn:

  • Die B168a ist eine hochrangige Landesstraße, auf der auch innerhalb des Ortsgebietes höhere Geschwindigkeiten als 50 km/h erlaubt und sogar erwünscht sind.
  • Der Übergang kreuzt die B168a in einem unübersichtlichen Kurvenbereich mit Lärmschutzwand.
  • Im Kreuzungsbereich mit der B168a treffen unterschiedliche Verkehrsteilnehmer mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten (LKW, PKW, Radfahrer und Fußgänger) aufeinander.
  • Der Übergang muss auch von Familien mit Kleinkindern, Schülern, Personen mit eingeschränkter Mobilität, den Benutzern des Tauernradweges etc. gleichermaßen benutzt werden.
  • Der Übergang muss zu jeder Tages- und Nachtzeit und auch bei erschwerten Umweltbedingungen und Bodenverhältnissen (Dunkelheit, Regen, Schnee und Eis) benutzt werden.

Die GRÜBL stellt sich die Frage, ob eine derartige Querung einer neu zu errichtenden, hochrangigen Straße mitten im Stadtgebiet für alle Verkehrsteilnehmer den erforderlichen Sicherheitsstandard erfüllen kann und der Bevölkerung der Wohnsiedlung Zellermoos sowie allen Benutzern des Tauernradweges usw. auch tatsächlich zugemutet werden kann.